Bad Vöslau 94: Uns interessiert (…) auch Deine Meinung zu dem seit 4. Jänner 2010 österreichweit geltenden Pyrotechnik-Verbot.
Prohaska: Ich finde das Verbot lächerlich. Es wird angeführt, dass es so und so viele Verbrennungen gegeben hat. Sicher ist das tragisch, aber zu Silvester kaufen sich alle Leute Raketen und ich möchte nicht wissen, wie viele sich dabei verletzen – und es wird trotzdem nicht verboten, obwohl es dasselbe ist. Natürlich, wenn Unfälle passieren, ist das ein Wahnsinn, und natürlich sollte man den Leuten sagen, dass sie bitte aufpassen sollen, weil es nicht ungefährlich ist. Aber als Stimmungsbild der Fans sieht es unglaublich super aus. Passieren kann klarerweise überall etwas, ich kann mich auch mit einem Feuerzeug verbrennen. Aber wenn ich es verbiete, dann darf es auch gar nicht ins Stadion reinkommen. Da brauche ich keine Strafen von 4.000 Euro für jeden Einzelnen, ich muss einfach dafür sorgen, dass es schon beim Eingang abgenommen wird. Und wenn allein der Besitz strafbar ist, wer gehört denn dann bitte bestraft? Dann dürfte man es ja gar nicht mehr verkaufen, wenn man es nicht besitzen darf. Wenn die Frau Innenminister meint, dass wir so etwas nicht mehr brauchen, dann darf es eben nicht mehr erzeugt werden, dann braucht das Gesetz nicht exekutiert werden.
Bad Vöslau 94: Bemerkenswert ist auch, dass sich die Polizei vor allem auf den Fußball konzentriert. Beim Nachtslalom in Schladming durften Dutzende bengalische Fackeln brennen, problemlos.
Prohaska: Das ist das Problem des Vorurteils: dort sind die „anständigen“ Fans und dort sind die „Wilden“ oder die „Trotteln“. Das wird man leider nie loskriegen, was natürlich ein Oberblödsinn ist. Wer weiß schon, was für Eierköpfe in Schladming oder Kitzbühl nach dem Rennen und in der Stadt herumrennen.
http://bad-voeslau.heim.at/index/berichte/20092010/IN_Schneckerl.html

